Amalgamtest

Was ist Amalgam?

amalgamtestAls Amalgam bezeichnet man eine Legierung von Quecksilber mit anderen Metallen. Der Zahnarzt verrührt bei der Herstellung einer Amalgamplombe die pulverförmigen anderen Bestandteile mit einer entsprechenden Menge Quecksilber. Das Material ist zunächst noch pastös und kann somit in den zu behandelnden Zahn gedrückt werden. Da sich das Material, bei der innerhalb weniger Minuten ablaufenden Amalgambildung, geringfügig ausdehnt, entsteht ein spaltfreier Verschluß der schadhaften Stelle.

Amalgam war aufgrund seiner sehr guten physikalischen Eigenschaften und seines günstigen Preises lange Zeit aus der Zahnheilkunde nicht wegzudenken. Allerdings gab es schon lange Hinweise, die die Verträglichkeit des Materials, gerade bei empfindlichen Personen, in Frage stellten. Der eigentliche Giftstoff und zugleich Hauptbestandteil von Amalgam ist mit über 50% Quecksilber.


amalgam testAmalgam enthält hohe Konzentrationen an Quecksilber

Die Tübinger Forscher unter Prof. Peter Krauß ermittelten bei 18.000 Proben eine durchschnittliche Quecksilberkonzentration von 26,8 Mikrogramm pro Liter Speichel in Ruhe und von 48,7 Mikrogramm nach dem Kauen. Personen, deren Zähne mit vielen Amalgamfüllungen geflickt sind, hatten deutlich mehr Quecksilber im Speichel, als diejenigen mit wenigen Füllungen. Bei ein bis fünf Plomben betrug die durchschnittliche Belastung 12,6 Mikrogramm Quecksilber pro Liter Speichel vor und 20,2 Mikrogramm nach dem Kauen. Testpersonen mit 13 bis 16 Füllungen wiesen deutlich höhere Werte auf. Sie schluckten durchschnittlich 34,4 Mikrogramm pro Liter und 67,0 Mikrogramm nach dem Kautest. Es konnte ein fast linearer, statistischer Zusammenhang zwischen dem Quecksilbergehalt und der Zahl der Füllungen festgestellt werden. Bei Personen ohne Amalgamplomben fanden die Tübinger Forscher praktisch kein Quecksilber im Speichel.

Amalgam - Gefahr für die Gesundheit?

Wird Quecksilber aus Amalgamfüllungen frei, löst sich ein Teil im Speichel und wird dort in die anorganische Form umgewandelt. In diesem Zustand kann es vom Körper zu 7 bis 12 % in Magen und Darm resorbiert werden. Es kann sich vor allem in Niere und Leber ansammeln.
Untersuchungen von Gustav Drasch aus dem Jahr 1992 zeigen, dass bei Personen mit vielen Amalgamfüllungen die größte Belastung für Niere und Leber eben aus diesen Füllungen stammt. Der andere Teil des Quecksilbers verdampfe, würde eingeatmet und zu 80 % über die Lunge aufgenommen. Das im Blut gelöste Metall würde rasch ins Gehirn transportiert. Der Weg zwischen den beiden Organen sei kurz, damit das Gehirn immer gut mit Sauerstoff versorgt sei. Das bedeute auch, dass das Quecksilber in elementarer Form vorliege und in diesem Zustand leicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden könne.
Im Blut würde das elementare Quecksilber nach einiger Zeit in anorganisches umgewandelt, so auch im Gehirn. In dieser Form könne das Gift aber nur schlecht das Gehirn verlassen und reichere sich an. Elementares Quecksilber könne auch die Plazenta-Barriere überwinden und das ungeborene Kind belasten, wie Gustav Drasch feststellte.

Mittlerweile gibt es verschiedene Alternativen zu den Amalgamplomben, so dass schlechte Plomben vom Zahnarzt nicht nur erneuert, sondern auch gegen verträglichere Alternativen ersetzt werden können.

 

umweltanalytik


Amalgamtest

Für den Amalgamtest sind zwei Speichelproben nötig. Dabei gibt es folgendes zu beachten:

  • Der Test darf nicht unmittelbar nach dem Schlafen durchgeführt werden.
  • orher darf die Testperson zwei Stunden nicht essen, trinken oder sich die Zähne putzen.

In der ersten Probe wird die Quecksilberkonzentration bestimmt, die sich ständig im Speichel befindet. Während zehnminütigem Kauen eines Kaugummis wird die zweite Probe genommen, um einen Wert bei Belastung zu erhalten. Aus der Differenz und Höhe der beiden Werte ergibt sich eine Indikation für die Quecksilbermenge, die aus den Amalgamfüllungen frei wird.
Für die Quecksilberaufnahme hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen provisorischen Richtwert veröffentlicht. Unter Berücksichtigung dieses PTWI-Wertes (provisonal tolerable weekly intake) ergibt sich ein Speichelrichtwert von 40 µg/l. Das durch Kaubelastung freigesetzte Quecksilber wird als Differenz der Werte der Kau- und der Ruhephase angegeben. Ab einer Differenz von ca. 40 µg/l kann von einer deutlichen Quecksilber-Freisetzung aus den Zahnfüllungen gesprochen werden.

 

Das ist im Ergebnis des Amalgamtests enthalten

Das Ergebnis des Amalgamtests ist für Sie verständlich aufbereitet. Neben einer grafischen Darstellung der Ergebnisse, werden die Werte auch textlich erläutert. Hier sehen Sie exemplarisch, wie das Ergebnis aussehen könnte:

amalgam test 

Abhilfe und Alternativen zu Amalgam

Sowohl bei einer erhöhten Grundbelastung, als auch bei erhöhter Quecksilberfreisetzung empfehlen wir das Gespräch mit dem Zahnarzt, beispielsweise im Rahmen der halbjährlichen Untersuchung. Der Zahnarzt informiert optimal und individuell über mögliche Vorbeuge- und Sanierungsmaßnahmen.

 

MaterialHaltbarkeitFunktionVerträglichkeitAufwandÄstethik
Amalgam XXXX XXX XX X X
Zement XXXX XXX XXXX XXXX XXXX
Keramik-Inlay XXXX XXXX XXXX XXX XX
Gold-Inlay XXX XXX XX XXXX XXXX
Kunstoff Composite XX XX XX XX XXX
Kunstoff-Inlay X XX XX X XXX
Compomere X XX X X XX

 

Sehr wichtig ist die richtige Zahnpflege, um Karies vorzubeugen. So können weitere Zahnfüllungen vermieden bzw. reduziert werden:

  • Geeignete Zahnpflegemittel wie medizinisch geprüfte Zahnbürsten oder Zahnseide sind in unterschiedlicher Ausführung im Drogeriemarkt erhältlich. Der Zahnarzt gibt wichtige Hinweise zur Zahnpflege.
  • Schon Kleinigkeiten sind für die Vermeidung von Karies überaus wichtig, denn z.B. durch falsches Bürsten können die recht empfindlichen Zahnhälse angegriffen werden. Der Zahnarzt zeigt die richtige Handhabung der Zahnbürste.
  • Zuckerarme Ernährung ist nicht nur für die Zähne wichtig, sondern auch für den Rest des Körpers.